Wesentliche Punkte
- Der Verkauf von Krypto-Assets löst Liquiditätsprobleme zwar sofort, führt aber in der Regel zu einer Veränderung des Nettovermögens und verhindert zukünftige Wertsteigerungen des Assets.
- Bei einem Kryptokredit dienen Ihre Vermögenswerte als Sicherheit und Ihr Risiko bleibt bestehen, Sie sind jedoch dem realen Risiko einer Liquidation ausgesetzt, wenn der Preis unter eine bestimmte Schwelle fällt.
- Die Generaldirektion für Steuern hat klargestellt, dass die Vergabe eines Krypto-Kredits steuerlich nicht mit einem Verkauf gleichzusetzen ist – eine wichtige Unterscheidung im Vergleich zum allgemeinen Kriterium der Steuerbehörde.
- Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, ob man seine Kryptowährung verkaufen oder einen Krypto-Kredit aufnehmen sollte: Es hängt von Ihrem Zeithorizont, Ihrer Risikotoleranz und der tatsächlichen Dringlichkeit Ihres Liquiditätsbedarfs ab.
Der Besitz von Kryptowährungen und der gleichzeitige Bedarf an Liquidität führen zu einem spezifischen Konflikt: Ein Verkauf behebt zwar den unmittelbaren Geldbedarf, schließt aber gleichzeitig jegliche zukünftige Bewegung des verkauften Vermögenswerts aus. Immer mehr Nutzer, die Bitcoin oder Ethereum über einen längeren Zeitraum angesammelt haben, befinden sich an diesem Scheideweg, wenn unerwartete Ausgaben anfallen, sich eine besondere Gelegenheit bietet oder sie einfach ihre Finanzen neu ordnen müssen, ohne sich von ihren bestehenden Beständen zu trennen.
Dieser Artikel vergleicht objektiv die beiden verfügbaren Optionen: den Verkauf eines Teils Ihrer digitalen Vermögenswerte oder die Aufnahme eines Krypto-Kredits, bei dem diese als Sicherheit dienen. Sie erfahren mehr über die steuerlichen Auswirkungen beider Optionen, das Liquidationsrisiko bei einem Krypto-Kredit und finden eine Tabelle mit allgemeinen Szenarien – keine individuelle Empfehlung –, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung zwischen Krypto-Kredit und Verkauf helfen soll.
Warum entsteht das Dilemma zwischen dem Verkauf von Kryptowährungen und der Aufnahme eines Krypto-Kredits?
Das Dilemma entsteht, weil beide Wege dasselbe Problem lösen – den Bedarf an schnell verfügbarem Bargeld –, jedoch auf völlig unterschiedliche Weise. Der Verkauf von Bitcoin und die Aufnahme eines Kryptokredits sind nicht gleichwertig: Beim einen wird der digitale Vermögenswert dauerhaft in Bargeld umgewandelt, beim anderen dient er lediglich als Sicherheit, ohne dass der Eigentümer das Eigentum daran aufgibt. Die Entscheidung wird noch komplexer, wenn der Nutzer langfristig von dem Vermögenswert überzeugt ist, gleichzeitig aber kurzfristig dringend Kapital benötigt.
Diese Situation tritt immer häufiger auf, da Kryptowährungen in den Portfolios von Anlegern, die schon seit Jahren im Krypto-Ökosystem aktiv sind, an Bedeutung gewinnen. Wer vor einiger Zeit Bitcoin oder Ethereum gekauft hat und eine Wertsteigerung verzeichnet, zögert oft, diese zu verkaufen, da dies den Verzicht auf zukünftige Wertentwicklungen und in vielen Fällen die Auslösung einer Steuerpflicht bedeutet. Andererseits ist auch ein Krypto-Kredit nicht ohne Verpflichtungen: Er beinhaltet einen Rückzahlungsplan und birgt ein spezifisches Risiko – die Liquidation der Sicherheiten –, das vor der Beantragung eines solchen Produkts unbedingt verstanden werden sollte.
Keine der beiden Optionen ist per se besser: Jede eignet sich für unterschiedliche Bedürfnisse und Risikotoleranzen. Bevor man sich also für den Verkauf oder die Aufnahme eines Krypto-Kredits entscheidet, ist es ratsam, die jeweiligen Konsequenzen genau zu verstehen, angefangen beim Verkauf.

Welche Folgen hat der Verkauf von Krypto-Assets, wenn man Liquidität benötigt?
Der Verkauf ist der direkteste Weg: Sie wandeln Ihre Kryptowährungen in sofort verfügbares Bargeld um und vermeiden so jegliche nachfolgende Preisschwankungen. Es ist eine einfache Lösung, hat aber zwei Konsequenzen, die Sie vorab sorgfältig abwägen sollten.
Der erste Aspekt betrifft die Steuern. In Spanien stellt der Verkauf von Kryptowährungen eine Vermögensänderung dar, die in der Regel dem Finanzamt gemeldet werden muss und je nach Anschaffungs- und Verkaufspreis einen Kapitalgewinn oder -verlust generiert. Diese Meldepflicht gilt unabhängig davon, ob der Verkauf zur Deckung einer einmaligen Ausgabe oder im Rahmen einer Portfolio-Umstrukturierung erfolgt. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Steuerberatung: Jede Steuersituation ist von den individuellen Gegebenheiten abhängig, die nur ein qualifizierter Steuerberater präzise beurteilen kann.
Die zweite Folge ist der Verlust des Zugangs zum Vermögenswert. Nach dem Verkauf gehört die Kryptowährung nicht mehr zu Ihrem Portfolio, und etwaige Kursbewegungen – ob nach oben oder unten – haben keine Auswirkungen mehr auf Sie. Für Anleger, die mittel- oder langfristig von dem Vermögenswert überzeugt sind, ist dies genau der kostspieligste Aspekt beim Verkauf oder der Aufnahme von Bitcoin-Krediten: Der Verkauf schließt die Tür, während andere Alternativen den Zugang unter anderen Bedingungen offenhalten.
Welche Folgen hat die Aufnahme eines Krypto-Kredits anstelle des Verkaufs?
Ein Kryptokredit funktioniert anders: Anstatt die Kryptowährung zu verkaufen, nutzen Sie sie als Sicherheit, um Liquidität zu erhalten, üblicherweise in Euro oder einem Stablecoin, ohne die Eigentumsrechte an Ihren Krypto-Assets aufzugeben. Das bedeutet, dass Sie während der gesamten Kreditlaufzeit weiterhin am Vermögenswert beteiligt sind: Steigt dessen Kurs, gehört Ihnen der Gewinn nach Rückzahlung des Kryptokredits.
Dieser Vorteil hat eine Kehrseite, die unbedingt erläutert werden muss: das Liquidationsrisiko. Bei der Aufnahme eines Kryptokredits ermittelt die Plattform das Verhältnis zwischen dem Wert der Sicherheiten und der Kredithöhe, den sogenannten Beleihungswert (Loan-to-Value, LTV). Fällt der Kurs des Vermögenswerts deutlich und überschreitet dieses Verhältnis den in den Produktbedingungen festgelegten Schwellenwert, kann die Plattform die Sicherheiten ganz oder teilweise liquidieren, um die Schulden zu decken – unabhängig von Ihren Wünschen oder ob Sie den Kredit fristgerecht zurückzahlen. Dieses Risiko ist real und muss vor der Aufnahme eines Kryptokredits verstanden werden: Die Möglichkeit einer Liquidation besteht immer in unterschiedlichem Ausmaß, und keine seriöse Plattform sollte dieses Produkt so darstellen, als sei es völlig risikofrei.
Neben dem Liquidationsrisiko beinhaltet ein Krypto-Kredit einen Rückzahlungsplan mit entsprechenden Zinsen oder Gebühren, die je nach Plattform und gewählter Laufzeit variieren.

Welche Folgen hat die Aufnahme eines Krypto-Kredits anstelle des Verkaufs?
Ein Kryptokredit funktioniert anders: Anstatt die Kryptowährung zu verkaufen, nutzen Sie sie als Sicherheit, um Liquidität zu erhalten, üblicherweise in Euro oder einem Stablecoin, ohne die Eigentumsrechte an Ihren Krypto-Assets aufzugeben. Das bedeutet, dass Sie während der gesamten Kreditlaufzeit weiterhin am Vermögenswert beteiligt sind: Steigt dessen Kurs, gehört Ihnen der Gewinn nach Rückzahlung des Kryptokredits.
Dieser Vorteil hat eine Kehrseite, die unbedingt erläutert werden muss: das Liquidationsrisiko. Bei der Aufnahme eines Kryptokredits ermittelt die Plattform das Verhältnis zwischen dem Wert der Sicherheiten und der Kredithöhe, den sogenannten Beleihungswert (Loan-to-Value, LTV). Fällt der Kurs des Vermögenswerts deutlich und überschreitet dieses Verhältnis den in den Produktbedingungen festgelegten Schwellenwert, kann die Plattform die Sicherheiten ganz oder teilweise liquidieren, um die Schulden zu decken – unabhängig von Ihren Wünschen oder ob Sie den Kredit fristgerecht zurückzahlen. Dieses Risiko ist real und muss vor der Aufnahme eines Kryptokredits verstanden werden: Die Möglichkeit einer Liquidation besteht immer in unterschiedlichem Ausmaß, und keine seriöse Plattform sollte dieses Produkt so darstellen, als sei es völlig risikofrei.
Neben dem Liquidationsrisiko beinhaltet ein Krypto-Kredit einen Rückzahlungsplan mit entsprechenden Zinsen oder Gebühren, die je nach Plattform und gewählter Laufzeit variieren.
Was sagt die Generaldirektion für Steuern zu Kryptokrediten?
Die steuerlichen Auswirkungen sind einer der wichtigsten Faktoren beim Vergleich eines Verkaufs mit einem Krypto-Kredit, da sie sich bei einer potenziellen Steuerpflicht grundlegend ändern. Wie bereits erwähnt, hat die Generaldirektion für Steuern in verbindlichen Richtlinien klargestellt, dass die Aufnahme eines Kredits mit Krypto-Assets als Sicherheit nicht einem Verkauf gleichkommt und daher nicht automatisch eine sofortige Änderung des Nettovermögens zur Folge hat. Ein Verkauf hingegen führt nach allgemeiner Auslegung der Steuerbehörde unmittelbar zu einer solchen Änderung des Nettovermögens.
Dieser Unterschied erklärt, warum viele Nutzer, die von ihrem Vermögen überzeugt sind, Krypto-Kredite als Möglichkeit sehen, Liquidität zu erhalten, ohne die sonst beim Verkauf fälligen Steuern im Voraus tragen zu müssen. Allerdings basieren die Kriterien der spanischen Steuerbehörde (DGT) auf verbindlichen Richtlinien und können je nach Einzelfall, Plattformtyp und regulatorischen Entwicklungen variieren. Nichts davon ersetzt eine individuelle Steuerberatung: Die steuerlichen Auswirkungen solcher Transaktionen sollten vorab mit einem qualifizierten Steuerberater besprochen werden.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie dieses Kriterium dokumentiert wird, welche Belege Sie aufbewahren sollten und wie Sie einen Kryptokredit korrekt deklarieren, konsultieren Sie den Steuerleitfaden für Kryptokredite von Bit2Me Academy Dieser Leitfaden geht detaillierter auf dieses Thema ein. Er ergänzt die hier bereitgestellten Informationen und ist besonders hilfreich, wenn Sie sich bereits für diesen Weg entschieden haben und die notwendigen Unterlagen im Voraus vorbereiten möchten.
Wie kann ich meine Staking-Belohnungen verfolgen?
Sobald ETH am Netzwerk teilnimmt, ist die Arbeit nicht getan: Es empfiehlt sich, regelmäßig die Entwicklung Ihrer Position zu überprüfen. Am einfachsten geht das über das Dashboard Ihrer Plattform oder Wallet. Dort sehen Sie in der Regel die gesperrten ETH, die gesammelten Belohnungen und den Betriebsstatus Ihres zugehörigen Validators. Betreiber eigener Validatoren können den Status auch direkt über einen öffentlichen Block-Explorer einsehen.
Der APY für Staking ist keine feste Größe: Er variiert je nach der Gesamtmenge des im gesamten Netzwerk gestakten ETH, der Funktionsweise des jeweiligen Validators und, im Falle von Plattformen, den aktuellen Richtlinien des jeweiligen Anbieters. Daher empfiehlt es sich, die aktuellen Werte auf dem entsprechenden offiziellen Kanal zu überprüfen, bevor Sie Entscheidungen treffen. Beachten Sie außerdem, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist und keine gleichwertigen Belohnungen in der Zukunft garantiert.
Monitoring bedeutet nicht, den Status jede Minute zu überprüfen: Eine regelmäßige Überprüfung – wöchentlich oder monatlich, je nach Umfang der Transaktion und dem Zeitaufwand, den jeder Nutzer dafür aufwenden möchte – genügt, um zu bestätigen, dass der Validator weiterhin normal funktioniert und die Belohnungen wie erwartet angesammelt werden.
Aktueller Stand des Ethereum-Stakings im Jahr 2026
Seit der Umstellung auf Proof of Stake im Jahr 2022 ist Staking für einen erheblichen Teil des ETH-Angebots zum Standard geworden. Laut öffentlichen Schätzungen von Netzwerk-Explorern wie beaconcha.in (Stand Anfang 2026) liegt der Anteil der gestakten ETH konstant über einem Viertel des gesamten im Umlauf befindlichen Angebots – ein Trend, der sich seit der Aktivierung von PoS zunehmend verfestigt hat.
Dieses Wachstum ging mit einer zunehmenden Vielfalt an Zugangsmöglichkeiten einher: Neben dem Betrieb eigener Validatoren existieren nun mehrere Plattformen und Liquid-Staking-Protokolle nebeneinander, wodurch die Einstiegshürde im Vergleich zu den ersten Monaten nach dem Merge deutlich gesenkt wurde. Dennoch entwickelt sich das Ökosystem stetig weiter – sowohl hinsichtlich der Protokolle als auch der Regulierung gemäß MiCA in der Europäischen Union. Daher ist es ratsam, die aktuellen Bedingungen regelmäßig zu überprüfen, bevor man ETH investiert.
Wie beurteilen Sie Ihre Situation: Zeithorizont, Risikotoleranz und Liquiditätsbedarf?
Neben der Tabelle empfiehlt es sich, vor einer Entscheidung drei objektive Kriterien einzeln zu prüfen. Erstens den Zeithorizont: Wie lange können Sie warten, bis Sie das Geld wieder benötigen, und wie lange planen Sie, das Vermögen zu halten? Zweitens die Risikotoleranz bei Liquidation: Würde ein Kursverfall, der die Liquidation der Sicherheiten auslöst, ein zusätzliches finanzielles Problem verursachen, oder können Sie dieses Szenario verkraften, ohne andere Verpflichtungen zu gefährden? Drittens die Dringlichkeit der Liquidität: Der Bedarf an Mitteln für einen akuten Notfall ist nicht dasselbe wie der Bedarf für eine Gelegenheit, die einige Wochen warten kann.
Diese drei Kriterien gelten nicht isoliert, sondern in Kombination. Jemand mit einem langfristigen Anlagehorizont und hoher Risikotoleranz könnte mit einem Krypto-Kredit, der sein Engagement in dem Vermögenswert aufrechterhält, zufrieden sein. Jemand mit einem dringenden Liquiditätsbedarf und geringer Risikotoleranz bevorzugt hingegen möglicherweise die Einfachheit eines Verkaufs, selbst unter Berücksichtigung der steuerlichen Auswirkungen.
Bevor Sie sich für eine der beiden Optionen entscheiden, ist es ratsam, konkrete Zahlen durchzurechnen. Mit einem Tool wie dem Krypto-Kreditsimulator können Sie anhand Ihrer eigenen Daten berechnen, welche Sicherheiten Sie benötigen, wie hoch Ihr Beleihungswert (LTV) wäre und welche Marge Sie bei einem Kursrückgang hätten – alles, bevor Sie überhaupt einen Antrag stellen. Diese Simulation ersetzt zwar nicht die Analyse Ihrer persönlichen Situation, hilft Ihnen aber dabei, von einer abstrakten zu einer auf realen Zahlen basierenden Entscheidung zu gelangen.



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